February 2022

Parkräumung 2012

Verse – 10 Jahre alt und hoch-aktuell -
von Pit Främke – Rentner mit Widerstands-Hintergrund:

„Aber dann – wie verkündet – um drei in der Nacht,
wurd’ tausendfach Schande nach Stuttgart gebracht.
Die Freiheit im Park ist für immer vorbei,
missbraucht für das Unrecht wird die Polizei.
     Erbärmlich ist das, was in Stuttgart passiert,
     bloß weil nach Profit eine Bande stets giert,
     der nicht ‘mal ein grüner MP bietet Stirn:
     Wo hat dieser Mensch bloß sein Herz und sein Hirn?

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Mit Polizeigewalt wie schon am Schwarzen Donnerstag wurde der große bürgerliche Widerstand gebrochen, um das Unglücksprojekt S21 durchzusetzen. Gegen die unheilbaren Schwächen des Projekts kann Polizei aber nichts ausrichten. Auch nicht gegen Naturgesetze wie Wasser fließt nach oben, Rauch steigt nach oben Gipskeuper quillt bei Wasserzutritt ist Polizei machtlos.

aktuelles

Die Linke (Bernd Riexinger) am 17.2.2022:
„…Die Öffentlichkeit wird beim Projekt Stuttgart 21 seit Jahren hinters Licht geführt. Bei diesem Projekt wird auf allen politischen Ebenen seit Jahren verschleiert, getäuscht, gelogen und betrogen.
Wir sind überzeugt davon, dass beim Projekt Stuttgart 21 ein Umstieg zu einem wirklich nachhaltigen Bahnverkehrsprojekt immer noch möglich ist.“

Zwickmühle

Schluss des heute abgeschickten Leserbriefs von Jobst Knoblauch an den Südkurier:
„…Aber kein Politiker in the länd wird sagen: „Wir reiten ein totes Pferd!“ Die müssten ja eine Kehrtwende um 180° hinlegen, wenn sie plötzlich die unwiderlegbaren Fakten anerkennen und der Vernunft folgen würden. Das verhindert ihre panische Angst vor Gesichtsverlust.“

entgleiste Verkehrswende

„Stuttgart 21 ist ein Denkmal für jene Epoche, in der der Glaube an Technik und Beton Berge versetzte – nur halt die falschen.“

Schluss des Kommentars von
Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau:
„Ja, Stuttgart 21 wird einst als Symbol für eine demokratisch konzipierte Verkehrswende dastehen – nur leider dafür, wie man sie nicht macht. Oder findet doch noch jemand den Mut, den Unsinn zu stoppen?“
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„Demokratisch konzipiert?
Wie es damit steht, wird an den Blockabstimmungen deutlich. Machterhalt erfordert offenbar Geschlossenheit, die persönliche Verantwortung wird abgegeben. Landtag und Gemeinderat Stuttgart hatten ständig mit 75% der Stimmen für Stuttgart 21 gestimmt. Das nennt sich dann „demokratisch legitimiert“. Aber es ist persönliche Verantwortungslosigkeit.

Schmeichelworte verkehrt ab Januar 2022

Seit Herbst 2018 sind „Schmeichelworte zu Stuttgart 21“ zusammen getragen und immer wieder ergänzt worden. Die Quellen sind Presseberichte, Websites, Demos, Flyer, Prospekte, E-Mails u.a. Viele Schmeicheleien (1.) gibt es von der S21-Lobby, eine Unmenge an kritischen Worten (2. „Schmeichelworte verkehrt“) stammen .von Verkehrsexperten, Geologen, Ingenieuren, Politikern und der kritischen Bürgerschaft.

  • Mit Sicherheit unsicher
  • kein Evakuierungskonzept
  • Terrorgefahr
  • Rechtsfeindlicher kann sich ein Staatsunternehmen nicht zeigen.
  • juristisches Experimentalkonstrukt s21
  • HauptBAHNHALT
  • ineffizienteste und und uneffektivste Bahnprojekts, das die Welt je gesehen hat
  • Aus Kontext Wochenzeitung vom 16.2.22 Rede von Volker Lösch
  • Kampfansage an die Vernunft
  • herauströpfelnde Meldungen
  • gigantomanisches Stadtumgrabungsprojekt
  • andauernden Fehlkalkulationen
  • das sinnloseste Bauprojekt Deutschlands
  • sinnloseste Bauprojekt Deutschlands
  • Unmengen von Lügen und Falschinformationen
  • destruktiven Dimension
  • Falsches erweist sich immer mehr als falsch
  • das Falsche hat einen Namen: Stuttgart 21
  • ein Gewaltakt
  • ausschließliche Profitorientierung
  • S 21 steht für Menschenverachtung
  • monströses Symbol das Bauungetüm in Stuttgart: S 21
  • öffentliche Geldverschwendung in gigantischem Ausmaß
  • immer neue Lügen und dreisten Betrug
  • architektonischer Dilettantismus
  • unzeitgemäßes Vorhaben: antisozial, klimaschädlich und potentiell todbringend
  • das Lügengebäude S 21 ist bereits gescheitert
  • immer horrendere Kosten
  • skandalöse Sicherheitsmängel
  • es wird nicht funktionieren
  • Sicherheits- und Bahndesaster
  • dumm, dreist, skandalös, ignorant oder unfassbar
  • schlecht für uns alle, schlecht für diese Welt
  • armselig

neu in der Welt

Aus Walter Sittlers Grußbotschaft zur 600. Montagsdemo
„Falsch, aber weiter - wird schon gut gehen! Augen zu und durch! Das sind offenbar die Maximen der Verteidiger des ineffizientesten und uneffektivsten Bahnprojekts, das die Welt je gesehen hat.
…Zu klein, zu teuer, unfähig die geforderten Bedingungen zu erfüllen. Die Vernunft, der politische Verstand und die Verantwortung für das Wohl des Landes, der Bürger und der Zukunft sind bei S21 an ihre Grenzen gestoßen…“

sinnvoll?

Ist es richtig, immer wieder an die Fehler weit zurückliegender Ereignisse bei dem hoch umstrittenen und unheilbaren Murksprojekt S21 zu erinnern wie heute bei der 600. Montagsdemo? Dazu das Aktionsbündnis:

Wir halten den öffentlichen Druck aufrecht durch gerichtliche Klagen, Ingenieur-Gutachten, Öffentlichkeits-Arbeit auf allen Ebenen und eben auch unsere wöchentlichen Montags-Demos – während die Bahn noch Probleme hat „wie Scheiterbeugen“. Baulich sind die Tunnels und das Tiefbahnhofs-Gebäude zwar weitgehend komplett, aber die Bahn muss noch riesige Schwierigkeiten überwinden:
  • Für die 60 Kilometer innerstädtische Tunnels gibt es noch kein Brandschutz- und Rettungskonzept, das bis zu 5.000 Fahrgäste (aus drei Doppelstock-Zügen) in Sicherheit bringen könnte – da drohen langwierige Zusatzbauten und dauerhafte Betriebseinschränkungen.
  • Auf den Fildern ist noch völlig offen, auf welche Weise die Gäubahn Zürich–Stuttgart zum Flughafen geführt werden soll (die Bahn baut gerade an einer Trasse, von der die Politik bereits Abschied genommen hat – zugunsten eines Tunnels, der noch 10 Jahre braucht).
  • Weil der Tiefbahnhof zu wenig Kapazität hat, ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung ein zusätzlicher 6-gleisiger unterirdischer Ergänzungs-Kopfbahnhof vorgesehen – darum kämpft die Politik aber noch heftig.
  • In Obertürkheim bestehen noch große Probleme, bei gigantischen Wassereinbrüchen die letzten Tunnel-Meter unter der bestehenden Bahnstrecke hindurch zu bohren, ohne dass der Tunnel im lockeren Neckar-Kies (wie in Rastatt im Rhein-Kies) einstürzt und eine der befahrensten Bahn-Strecken Deutschlands unterbricht.
  • In Untertürkheim sind die Pläne für den Abstellbahnhof, der für den Betrieb des Tiefbahnhofs erforderlich ist, noch nicht genehmigt, sondern noch vor Gericht.
  • Die Finanzierung von knapp der Hälfte der bisher 8,2 Milliarden Gesamtkosten ist ungeklärt – das Gerichtsverfahren gegen die Projektpartner wird dieses Jahr eröffnet.
  • Vor einer Woche musste die Bahn eine weitere Milliarde an Kostenerhöhung zugeben, von der ebenfalls unklar ist, wer sie bezahlen soll (anbei unsere Pressemitteilung dazu).
  • Die Finanzierung von weiteren ca. 5,5 Milliarden für aus Kapazitätsgründen geplante „Ergänzungsbauwerke“ (weitere 47(!) Kilometer Tunnel) ist noch völlig offen.“

600!!

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Absurdistan

Arno Luik zu S21, nochmals zitiert, anders formatiert:
  • „Für mich ist Stuttgart 21 längst zur Chiffre geworden für den strukturellen Irrsinn der Bahn.“
  • „Bei S21 findet sich alles, was den Bahnverkehr zerstört.“
  • „S21 ist der Meilenstein im Niedergang der Bahn.“
  • „…das absurdeste Projekt der deutschen Industriegeschichte: Stuttgart 21“…
  • „…In Stuttgart treiben sie nun das Unvernünftige in das schlichtweg Wahnsinnige…“

Friede seiner Asche

„Der Käs isch no lang net gessa“, anders als MP Kretschmann glaubte. Auch die Behauptung von Andreas Böhme (gest. 2019) über den größeren Reisekomfort von Stuttgart 21 wird „net gessa“.

Mein veröffentlicher Leserkommentar in der Badischen Zeitung:
Siegfried Busch
Registriert seit: 30.12.2009
Kommentare: 4
12. März 2014 - 10:54 Uhr
Was ist komfortabel? Wenn frische Luft mit Tageslicht und das Umsteigen zu ebener Erde nicht zum Komfort gehören, Rolltreppen und Aufzüge immer funktionieren (im neuen Berliner Hauptbahnhof tun sie das nicht), Rollstühle, Kinderwägen und Fahrräder keine Rolle spielen und Tunnelfahrten dieselbe Qualität haben wie oberirdisches Reisen, mögen die Verkehrsplaner recht haben. Tatsache ist, dass funktionierende Kopfbahnhöfe im Hinblick auf Reisekomfort, Sicherheit und Pünktlichkeit unschlagbar sind, Leipzig, Frankfurt, München und Stuttgart sind der Beweis.

Ulrich legt nach

Zum Wortprotokoll des Verkehrsausschusses am 11.06.2018 11. Juni 2018:

„…davon interessant Sarrazin Seiten 8-9 zur
Unwirtschaftlichkeit und 19-20 zum 1-Milliarde-Deal Mehdorn mit Mappus. Auch interessant die schriftliche Stellungnahme Sarrazins, wie das mit Mehdorn gelaufen ist.

Daraus ergibt sich m.E. nun zusätzlich zum Verstoß gegen die Voraussetzungen des Zwei-Röhren-Konzepts als
technischem Versagen, dass die Finanzierung von Anfang an ein unwirtschaftliches Projekt betraf, also insgsamt ein grandioser*) Betrug, den Mehdorn eingefädelt hat, um an 1 Milliarde EURO Geld für einen überteuerten Nahverkehrsvertrag mit BW zu kommen. Das kostet jetzt den Steuerzahler mind. 10 Milliarden.“
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*) statt „grandioser Betrug“ würde ich lieber sagen „milliardenschwerer Betrug“. Er wurde vom Vorstand Mehdorn ausgeheckt und vom Aufsichtsrat durchgewunken. Wenn das stimmt, ist Mehdorn doch ein Betrüger, ja Verbrecher. Statt mit Gefängnis wurde Mehdorn aber noch später zum Chef des BER ernannt, wo er auch kläglich gescheitert ist.
Was für ein Leben!
Welches Netzwerk an Mächtigen ist hier mitschuldig geworden?
Sollte ich zu hart geurteilt haben, bitte ich um Korrektur oder Gegendarstellung, die ich hier im Blog z.K. gebe. Natürlich auch einen Kommentar zur Bestätigung.
post@siegfried-busch.de


Seiten 19/20

Aktuelle Recherche von RA Urich Ebert:
Ursprung des Scheiterns von Stuttgart 21:
Das Scheitern von Stuttgart 21 stand mit Beginn der Umsetzung nicht nur technisch fest, sondern nahm auch finanziell dort schon seinen Anfang. Dies hat der ehemalige Netz-vorstand Dr. Thilo Sarrazin am 11.06.2018 im Verkehrsausschuss des Bundestages eindrücklich dargelegt.
Link zum Wortprotokoll.
Dort wird auf Seiten 19/20 dargelegt, wie Mehdorn die „Rentabilitätsrangordnung“ miss-achtete, um über den Deal mit dem Land BW über „den ganzen Nachverkehrsvertrag“ an Finanzmittel zu kommen, zum Preis der Umsetzung dieses bewusst falsch kalkulierten, „nicht rationalen“ und „unrentablen“ Projekts, dessen Unwirtschaftlichkeit die nachfolgen-den Bahnvorstände stets mit dem Satz begleiteten: „Mit dem heutigen Wissen würden wir S21 nicht wieder bauen“.

schräg

Schluss des Leserbriefs Jobst Knoblauch an den Südkurier:
Ewig Gestrige meinen immer noch, die Volksabstimmung vom 27.11.2011 als Legitimation für S21 heranziehen zu müssen. Sie war ein Nullum! Sie hat zu keiner Änderung der Rechtslage geführt, weil weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten gewählt haben und weil das Quorum der Befürworter und Gegner nicht erreicht wurde. Jeder, der nun behauptet, die Volksabstimmung begründe das Weiterbauen von S21, verstößt wegen Wahlfälschung gegen den § 107 a (2) des Strafgesetzbuches: „Ebenso wird bestraft, wer das Ergebnis einer Wahl unrichtig verkündet oder verkünden lässt.“

Kommentar bei den
Parkschützern:
Herr Kretschmann hat es allerdings vorgezogen sich hinter einer fragwürdigen landesweiten (!) Volksabstimmung zu verstecken. Die schrägen Formulierungen in den damaligen Abstimmungsunterlagen ließen Zweifel an einem ernsthaften Interesse der Landesregierung am Abstimmungsergebnis aufkommen.
Die Merkel-/Mappus-CDU hat dieses Projekt sprichwörtlich mit Gewalt durchgesetzt und die Grünen haben das finanzielle und verkehrspolitische Desaster entgegen der Wahlversprechen nicht verhindert. ..."

Zahlenspiele

Steffen Siegel zum Blogeintrag gestern:

„Heute müsste man sagen (und das ist ganz gewiss nicht das Ende der Kostensteigerung):
"Wenn man jeden Tag, auch sonntags, 100 000 Euro aufbringen würde, so müsste man dies 252 Jahre lang tun, um  9,2 Milliarden Euro zusammenzubekommen. Vor 252 Jahren hätte man also anfangen müssen, täglich 100 000 € zu sparen, um es heute beisammen zu haben. Vor 252 Jahren, das wäre  1770,  waren wir im  Zeitalter der Aufklärung.  Damals lebten  z.B. Fritz der Große und Gotthold Ephraim Lessing. 

Eins ist allerdings  gewiss: die Aufklärung ist an vielen S21 Befürwortern spurlos vorbeigegangen!"
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1770 war Goethe Student in Straßburg, Beethoven und Hölderlin wurden geboren.
Lieber Steffen, waren die 6,2 Mrd. 2010 nicht zusammen mit der Neubaustrecke? Die Wirschaftlichkeitsgrenze von S21 war doch 4,6 Mrd (?).
Vielleicht reicht es dann zurück bis zum Thomaskantorat von J.S. Bach (ab 1721) .

nur 1 Millarde

Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft Filder e.V. bei der K21-Montagsrede am 22. März 2010 zu den Kosten (Untergrenze 6,5 Milliarden):

„Der Mensch kann sich eine Milliarde nicht vorstellen. Wenn man jeden Tag, auch sonntags,  100 000 Euro aufbringen würde, so müsste man dies 178 Jahre lang tun, um  6,5 Milliarden Euro zusammenzubekommen.
Vor 178 Jahren hätte man also anfangen müssen, täglich 100 000 € zu sparen, um es heute beisammen zu haben.  
Vor 178 Jahren, das wäre  1832, starb Johann Wolfgang  von Goethe…“

Ganze Rede hier lesen.
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Kann man auf 1 Milliarde runter rechnen (statt 178 „nur“ 27 Jahre, also erst ab 1995 täglich 100 000 Euro) oder auf 9,2 Mrd erweitern, rund 1/3 länger… Wer rechnet es genauer?

die unfähign Vergeuter

Aus dem Leserbrief von Jobst Knoblauch an den Südkurier
S21 – das Milliardengrab
Darauf habe ich gewettet, dass die verlogene Bahn die Bundestagswahl abwartet, um anschließend Mehrkosten bei S21 zuzugeben. Wohlgemerkt: Das wird nicht das letzte Mal sein. 10 Mrd. € oder mehr sind für die schräge Tiefhaltestelle prognostiziert, von der alle wissen, dass sie weniger leistet als der jetzige ziemlich verstümmelte Kopfbahnhof und zudem noch lebensgefährlich wegen des ungelösten Brandschutzes ist. Alle Politiker im Bund und im Land kennen die gravierenden, fundamentalen Mängel von S21. Trotzdem sind sie nicht fähig zu rufen (außer den Linken): „Halt! Wir haben uns mit S21 verrannt!“ …

Übrigens

Rundmailsschlussformel eines SPD-Mitglieds gegen S21
  • Güter gehören auf die Bahn
  • Baustopp jetzt & Umstieg-21.de
  • Zitat von Joe Bauer: “S 21 taugt durchaus als Mahnmal für Größenwahn und Profitgier“
             Viele Grüße – Günter Klepser

Retro Februar 2012

Bauzaun:

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Wie war das mit dem gefälschten Stresstest und dem Software-Fehler? MVI bitte melden.
xktuell: fehlender Brandschutz - Kosten verdoppelt - Unwirtschaftlichkeit gesteigert - Bauzeit spekuliert bis 2040 u.a.

Schmeicheleien (Retro)

Demorede zum Thema „Schmeichelworte zu Stuttgart 21“ am 8.7.2019
Video ab Minute 27

„Liebe Leute, die Erfinder und Betreiber des Bahn- und Städtebauprojekts Stuttgart 21 (aktuell richtiger „Immobilienprojekt mit Kollateralschaden Stuttgart 21“), also die Stuttgart-21-Befürworter, dürfen natürlich ihr Projekt loben und rühmen, das ist normal. Aber man sollte dabei auf dem Teppich bleiben und nicht maßlos übertreiben, sonst wird’s zur fragwürdigen falschen Schmeichelei. Ich hab’ mir in letzter Zeit solche übertriebenen „Schmeichelworte zu Stuttgart 21“ aufgeschrieben, die ersten 3 heißen „Das neue Herz Europas“ / „Leuchtturmprojekt“ und „geniales Jahrhundertprojekt“….“

warum nur? (Retro)

Dass der Bahnhofsturm in Stuttgart auf Holzpfählen gegründet ist, wurde von der Bahn bestritten, das EBA ist dem gefolgt (s.u.) OB Kuhn hätte leicht klären können - aber des Thema von 2014 ist seitdem in der Versenkung gelandet. Warum nur? OB Kuhn wollte vermutlich kein neues Fass aufmachen bei seiner (un-)kritischen Begleitung des Unglücksprojekts S21.
Gehört diese Geschichte zum Kapitel „Lügenbahn“?

*(1.) Rudolf Renz in der StZ: „Dass der Turm auf Eichenholzpfählen steht, wurde vom Architekten Bonatz übermittelt,
*(2.) hat der ehemalige Bauleiter Hany Azer in einem Interview bestätigt,
*(3.) ergibt sich aus der Bauskizze von 1914, auf der angespitzte Pfähle sichtbar sind (gab es 1914 schon angespitzte Betonpfähle?),
*(4.) die Pfähle konnten bei der Turmgründung von Menschenhand angehoben werden (http://www.diskussion21.de/_Turmfundament_und_Pfahlramme.jpg) – Eichenholz wiegt nur 670kg/m3 (https://de.wikipedia.org/wiki/Holz), Beton wiegt dagegen 2400kg/m3 und Eisen bzw. Stahl sogar 7850 kg/m3,
*(5.) ergibt sich aus der Tatsache, dass Stuttgart Sumpfgebiet ist (siehe Gründung als Stutengarten) und Eichenholz damals viel günstiger war als Eisenbeton,
*(6.) ...was sich darin ausdrückt, dass auch die Speicherstadt in Hamburg, der Reichstag in Berlin und Gebäude in Venedig auf Eichenholzpfählen fußen,
*(7.) im Buch "Stuttgart Hauptbahnhof - Geschichte eines Bahnhofs" von Michael Dostal und Thomas Estler, erschienen im GeraMond-Verlag, München, 2012, heißt es auf Seite 19: "Das Fundament des Bahnhofsturms bilden übrigens 290 Eichenpfähle, die aneinandergereiht eine Länge von drei Kilometern aufweisen",
*(8.) im Buch "65 Jahre Stuttgarter Hauptbahnhof 1922 – 1987“, herausgegeben von der Deutschen Bundesbahn (!), Bundesbahndirektion Stuttgart. 3. Band, 1987 und
*(9.) im Buch von Matthias Roser, "Der Stuttgarter Hauptbahnhof - ein vergessenes Meisterwerk der Architektur", erschienen im Silberburg-Verlag, 1987, steht das auch,
*(10. http://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/_processed_/csm_Bhf_Turm_
historisch_73433a1434.jpg,
*(11.) der ehemalige Mitarbeiter der Stuttgarter Bahndirektion, Heinz Reich, hat in den 60er-Jahren, als das Turmhotel eingerichtet wurde, die Eichenpfähle durch eine Wandöffnung zur Pfahlgründung des Turms mit eigenen Augen gesehen (der Abgang zum Turmkeller ist heute geschlossen),
*(12.) und die Bahn selbst (!) hat auf ihrer Internetseite nochmals die 290 Eichenpfähle bestätigt: http://web.archive.org/web/20090311022122/http:/www.das-neue-herz-europas.de/turmforum/turmforum_entdecken/geschichte/default.aspx „1916 Fertigstellung des 58 Meter hohen Turms.“

StZ: „In einem anderen Punkt ist das Eisenbahn-Bundesamt der Empfehlung des Regierungspräsidiums aber nicht gefolgt. Die Stuttgarter Behörde hatte angeregt, dass die Gründung des Bahnhofsturms eingehender untersucht wird. Damit sollte ausgeschlossen worden, dass der Turm auf Eichenholzpfählen steht, die nach der Entnahme von Grundwasser beim Kontakt mit Sauerstoff faulen und die Standfestigkeit des Turms gefährden könnten. Die Bahn hatte auf Unterlagen verwiesen, nach denen der Turm auf Eisenbetonpfählen gründet – und diesen Angaben ist das Eba gefolgt: „Nach Überzeugung der Behörde ist der Nachweis, dass es sich bei der Gründung nicht um Eichenholzpfähle handelt, erbracht und die Anordnung weiterer Erkundungsmaßnahmen nicht erforderlich“