der ganze Wahnsinn (2)

Schwäbische, Fortsetzung Blog gestern.
„Einige Zahlen
4 neue Bahnhöfe entstehen in Stuttgart. Neben dem neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof sind das die S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße für das künftige Rosensteinviertel, der Haltepunkt am Flughafen und der Abstellbahnhof 8,2 Milliarden Euro an Kosten sind aktuell veranschlagt für S21 - das ist fast das Doppelte der Schätzung der Kostenvereinbarung 57 Kilometer neue Schienenwege baut die Bahn - in Stuttgart kommen die Gleise unter die Erde, die freien Flächen sollen der Stadtentwicklung dienen 18 Brücken schließt das Vorhaben ein - markant im künftigen Stadtbild ist dabei die Neckarbrücke aus Stahlsegeln im Ortsteil Bad Cannstatt 59 Kilometer Tunnelröhren sind geplant - rund 72 Prozent davon sind bereits gebohrt. 16 Tunnel baut die Bahn - mit knapp 9,5 Kilometern wird der Fildertunnel der längste von allen und zugleich einer der größten in Deutschland. Der Neubau der Strecke Wendlingen-Ulm umfasst noch einmal 60 Kilometer neue Gleise, 9 Tunnel und 37 Brücken.
So sollen sich die Reisezeiten im Fern- und Regionalverkehr verkürzen, zum Beispiel zum Flughafen Stuttgart. Von Ulm dorthin soll die Fahrt künftig nur noch 30 Minuten statt 1 Stunde und 35 Minuten dauern. Von Rottweil ist eine Halbierung der Fahrtzeit auf 59 Minuten geplant. Von Tübingen sollen Züge 35 statt 65 Minuten fahren und vom Hauptbahnhof Stuttgart zum Flughafen nur noch 8 statt 27 Minuten.“
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Zusammengezählt: Stuttgart-Ulm benötigt 4 Bahnhöfe (mit U-Bahnstation Staatsgalerie sind es 5!), 117 km neue Gleise, 55 Brücken und 25 Tunnel! Dabei sind die Vorteile des Projekts aber im Laufe der Jahre zumeist abhanden gekommen („2
1 guten Gründe“), Stuttgart 21 ist durch Leistungsminderung des Tiefbahnhofs ein Rückbau. Die angeblichen Vorteile bei den Reisezeiten sind gezinkt (sma-Studie). Der Flughafenbahnhof „wackelt“, nur wenige ICE von und nach Ulm sollen dort halten.
Mein Statement am 12. November 2014 gegen Ende der Anhörung Filderbahnhof in der Filderhalle Leinfelden: "Die guten Gründe sind weitgehend abhanden gekommen und damit ist die Sinnhaftigkeit des Projekts und die Planrechtfertigung dahin.“
Anmerkungen zur Leistungsfähigkeit auch bei Zum Blog aktuell.

der ganze Wahnsinn (1)

Schwäbische: „Das ist das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm“
„Das Bahnprojekt Stuttgart - Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau der Strecke Wendlingen-Ulm ein. So sollen sich die Fahrzeiten im Fernverkehr auf den West-Ost-Verbindungen in Deutschland und Europa verkürzen.
Der Zeitgewinn ist sehr viel geringer als die Zeitverluste während der langen Bauzeit!
Das Bahnhofsvorhaben S21 soll vor allem schnellere Regionalverkehrslinien bringen.
Brisante Studie von SMA: Kopfbahnhof schneidet bei Reisezeiten gut ab (Stuttgarter Zeitung)
Dazu verlegt die Bahn den Verkehrsknoten unter die Erde und macht aus dem Kopfbahnhof eine Durchgangsstation. Die Zahl der Gleise halbiert sich auf acht.
Das bedeutet eine Leistungsminderung um ca 30% und Einbußen bei der Reisequalität.
Auch neue Tunnel und Brücken sollen das Tempo der Züge auf bis zu 250 Kilometer pro Stunde erhöhen.
Höchstgeschwindigkeiten haben viele Nachteile. Es kommt auf gute Verbindungen an wie im angestrebten Deutschlandtakt.

(Einige Zahlen: Der Rest des Artikels steht bei „
Zum Blog aktuell“ und soll morgen kommentiert werden unter dem Aspekt „der ganze Wahnsinn“.)

Retro 2017

Stuttgarter Zeitung heute, Schlagzeile: „OB Fritz Kuhn fordert mehr Tempo beim Bauvorhaben“
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Das gab’s schon im Januar 2017, damals geplante Fertigstellung 2021 bei 6,5 Mrd. Projektkosten, inzwischen (illusorische) 2025 und 8,5 Mrd.
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. So auch Stuttgart 21, da helfen keine Mahnungen…“(siehe „Kuhniana 5“).

kein zu spät!

dlf Kultur: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Reportage von der 436. Montagsdemo.
Sehr gut gemachte 7 Minuten mit vielen Orginaltönen.

Baden online: Winfried Wolf „Über den unbeirrten Widerstand“
»Für den Stopp von rückwärtsgewandten und nachhaltig klimabelastenden Technologien und Projekten darf es das Argument ›zu spät‹ nicht geben«: Seit acht Jahren demonstrieren Bürger gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt. ©dp
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Fernträume als Nebelkerzen

Heute sind die Berichte zu Ausbauvorhaben der Schiene überall zu finden, z.B. im SWR und in der WELT. Das soll wohl ablenken vom selbstverschuldeten desolaten Ist-Zustand der Verspätungsbahn. Stuttgart 21 ist schon im Bau und wird nicht genannt, auch vielleicht weil dieser „bestgeplante Dauerengpass“ nicht in den Deutschlandtakt passt und ein Paradebeispiel für schlecht gelingende Projekte ist.