Absicht oder Schlamperei?

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Aktuelles Foto von Bahnsteig 1 in Stgt. Hbf.
Fragen:
- ist der Bahnhof aktuell zu groß, so dass dieses Gleis (und das Gleis daneben 1a!) überflüssig ist?
- ist die einheitliche Vegetation mit Absicht ausgesät? Wie hoch sollen die Bäumchen noch werden?
- welche Werbebotschaft für Stuttgart 21 steckt dahinter?

Ergänzung: Es sind Essigbäume.
Zuschrift von heute:
Absicht? Ich glaube kaum aber bei der DB ist alles möglich um den Kopfbahnhof "alt" aussehen zu lassen.“

Alltagswahnsinn

Heute in SWR2 Aula :
Immer schneller und immer schlechter – Turbogesellschaft
Autor und Sprecher: Gert Heidenreich

„…Am leichtesten zu durchschauen: das Fortschrittsspiel, das uns ein besseres Leben verspricht. Die Deutsche Bahn ist Meister dieser Magie und hört nicht gern, wenn jemand es nicht für erstrebenswert hält, Milliarden auszugeben, um einen Gewinn von zwanzig Minuten zu erzielen. Sie tut so, als beschenke sie uns mit Lebenszeit, während wir längst darauf programmiert sind, die eingesparten 1200 Sekunden mit einer Verdichtung des Terminkalenders zu kompensieren. So verkehrt sich Zeitgewinn in Stress. Dafür auch noch Steuergelder aufzuwenden, hat etwas von Alltagswahnsinn.
In den Broschüren der Bahn sehen wir Menschen, denen das Rasen zwischen Betonwänden bei gleichzeitiger unfreiwilliger Teilnahme an dreißig Mobiltelefonaten ein strahlendes Lächeln aufs Gesicht zaubert…“

vor allem zukunftsfeindlich

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischer in seinem Brief an Dübel-Fischer:
„Als ich mich aber genauer damit beschäftigte, hielt ich mehr und mehr das Projekt für
veraltet, leistungsarm, teils zerstörerisch, unwirtschaftlich und vor allem zukunftsfeindlich.“
(Ganzer Brief
hier)

Die Wurzel des Übels

„Die Bahn ist nach eigenem Verständnis nicht mehr in erster Linie kundenorientiert, sondern gewinnorientiert. Sie fragt nicht, ob eine Maßnahme sinnvoll ist, sondern ob damit Gewinne zu erwarten sind.“
(Aus einem Leserkommentar in der StZ)

Nach dem Gang durchs Bankenviertel...

...erstmals in der neuen Stadtbibliothek.

„So ging es fort; mir wurde immer bänger.
Jetzt sprang ich auf: zum Wein!
Der war denn auch mein Retter.“



In der Garderobe UG:

Schluss mit dem Gehetze!

Leserbrief von Peter Conradi zu Gerhard Matzig "Schluss mit dem Gemaule" im SZ-Magazin

„Was bewegt einen seriösen, fachkundigen Journalisten wie Gerhard Matzig zu einer Hetzschrift zum Protest Stuttgarter BürgerInnen gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21?...“
Ganzen Brief
hier lesen.

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Blog Oktober und früher siehe Navigation

Schlossgarten genießen...

... und die Bahnhofsvision auf dem Architekturfoto Gebhard - Roser - Grohe

Schwabs Argumente

Jürgen Schwab hat sich im Gegensatz zu vielen Politikern gründlich mit der Problematik Stuttgart 21 auseinander gesetzt. Aus seiner Rundmail:

„Gegen Stuttgart 21 kämpfen engagierte BürgerInnen unvermindert. Die für die DB arbeitende Firma SMA hält es für die schlechtere Lösung, Eisenbahnexperten aus aller Welt plädieren für zweckmäßigere und preiswertere Alternativen. Vergleichbare Bahnprojekte in Malmö, Antwerpen und Zürich waren viel billiger und wurden anders als S 21 durchgeführt. Geht S 21 schief, haben wir Bürger das Problem. In jedem Fall kostet S 21 uns persönlich Tausende von Euro Steuergeld, egal, ob wir Bahn fahren, oder nicht.“
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Schwabs Memorandum / Argumentensammlung umfasst 20 Seiten, stammt vom Juni 2011 und ist aktuell angepasst, Stand 20. Oktober. Hier lesen.

Werbung und Wahrheit

Aus einer Rundmail der „Cannstatter“:
„OB Schuster geht mit der Behauptung, der Ausstieg aus Stuttgart 21 würde das Land 1,5 Milliarden Euro kosten, auf Stimmenfang bei der Volksabstimmung. 
In Wahrheit kann die Stadt bei einem Ausstieg nur gewinnen:
• mindestens 750 Millionen Euro erhält die Stadt für die Rückgabe des Gleisvorfelds,
• sowie 162,6 Millionen die u.a. für den Risikofonds reserviert sind.
Würde auf S 21 verzichtet, könnte die Neckarrealschule bleiben und die Stadt würde 12 Millionen Euro sparen. Die Rückgabe des Geländes der Gäubahn bringt nochmal mindestens 30 Millionen in die Stadtkasse. Und für die laufenden Aktivitäten (z.B. 300.000 Euro für die Propagandashow im Turmforum) bezahlt die Stadt jährlich 650.000 Euro.“

Wahlkrampf

Statement S.B.:
Auch wenn sich die meisten Prognosen, die einst für Stuttgart 21 gesprochen (und die Politiker überzeugt) haben sich heute zumeist als falsch erweisen wie Kosten, Bauzeit, Risiken und Leistungsfähigkeit, wird eisern an alte Beschlüsse geklammert. Die Sachfragen müssen sich politischem Machtdenken unterordnen, das Desaster ist damit vorprogrammiert und der Frieden in Stuttgart kann deshalb auch durch Wahlen nicht hergestellt werden.
CDU, SPD und FDP bitte aufwachen.

Frage und Antwort

Frage: Wie lange wird es dauern, bis die junge Familie (Kleinkind, 2 schwer beladene Räder, 2 Anhänger) bei Stuttgart 21 mit dem Aufzug nach oben kommt? Kann ein normaler Anschlusszug erreicht werden?
Den Stuttgarter Tiefbahnhof werden Radfahrer meiden müssen...

Mannschaftssport

dpa, vom 16.10.2011 09:58 Uhr:
Der SPD-Parteitag in Offenburg macht „kurzen Prozess mit den Anträgen, die sich für eine Urwahl über S21 stark machen. Da wirkt der SPD-Kreischef in Freudenstadt Gerhard Gaiser wie ein einsamer Rufer in der Wüste: "Stuttgart 21 ist das zweitdümmste Projekt nach dem Turmbau zu Babel.“...die Laut-Sprecher der Bahnhofsgegner wie der Ex-Bundestagsabgeordnete Peter Conradi sind erst gar nicht nach Südbaden gekommen.
Am Samstag nimmt der grüne Agrarminister Alexander Bonde das Friedensangebot dankbar auf. "Regieren ist Mannschaftssport"… Und so titelt
die heutige Stuttgarter Zeitung:
Harmonie ist erste Sozialdemokraten-Pflicht

Heute im IRE ab Lindau

Der IRE 4212 ist ein betagter Zug, ein rot umgespritzter „Silberling“ (gebaut ab 1958). Der Lautsprecher hatte brutale Überlautstärke, jede Ansage ein akustischer Schock, Ohren zuhalten war begrenzt wirksam. Ein Zugbegleiter tauchte nicht auf.
In Ravensburg wollte eine Gruppe junger Leute mit Gepäck zusteigen, die Türen schlossen vor ihrer Nase. Entsetzensschreie! Rütteln an der Türe, Vorlaufen zum Zugführer. Der Zug stand dann noch eine kleine Ewigkeit, mindestens 40 Sekunden und fuhr dann ab, ohne die aufgeregte Gruppe (etwa 12 junge Menschen) mitfahren zu lassen.
Der Anschluss-IRE 3262 war ein Shuttle mit Neigetechnik, sehr unruhige Fahrt und laut. Er fuhr wie meist ohne Zugbegleiter, eine Fahrkartenkontrolle fand zwischen Lindau und Mössingen (2 1/2 Stunden) nicht statt.

Die Bahn wird teurer, der Service bleibt schlecht, Stuttgart 21 verschwendet Milliarden.

Verschwendung und Verschwindung


Die pro-S21-Werbung setzt auf den schwäbischen Urtrieb Sparsamkeit, gegen Verschwendung. (Siehe „für nix? Wir sind doch nicht blöd...“ Blog vom 1. 10.11).

Die behaupteten 1,5 Milliarden enthalten jedoch über 800 Millionen, die wieder der Bevölkerung zugute kommen: Grundstückskäufe S21 können rückgängig gemacht werden, ebenso der Beitrag des Flughafens.

Der Rest ist keineswegs verschwendet:
  1. - Arbeitsplätze wurden ausgefüllt, Löhne und Gehälter ausbezahlt, z.B. Gleisbau, Planung, Werbung, Rohre verlegen usw.
  2. - Gewinne von Firmen, auch für Investitionen
  3. - Steuern u.a. mehr

Was vor allem rückgängig gemacht werden kann, ist der Teilabriss des Bonatz-Bahnhofs und die „Verrohrung“ von Stuttgart für viele Jahre...



...und die „Vertunnelung“ des Bahnverkehrs mit der optischen Vernichtung nicht nur der Stadt Stuttgart (
MetropoliS21), sondern auch der schwäbischen Landschaft.

Diese schöne Heimatlandschaft (heute fotografiert die Geislinger Steige aus dem Zug) würde durch den „Albaufstiegstunnel“ ersetzt. Das ist Verschwendung von Lebensqualität und diese ist das kostbarste Gut für die Menschen und mit keinen Milliarden aufzuwiegen! Die Reisezeitersparnis von wenigen Minuten muss durch öde Bahnfahrten in Hochgeschwindigkeitszügen erkauft werden = schlechte Lebensqualität.

sma-Analyse gesichert!

Stuttgart 21 und Kopfbahnhof 21
Vergleichende Analyse der Reisezeiten

Dieser sensationell Bericht von sma datiert vom 26. November 2010 und wurde von der alten Regierung BW zurück gehalten, Ende September 2011 veröffentlich und im Blog vom 27. September 2011 von mir zitiert und eingestellt.
Kurz darauf ist er nicht mehr im Netz abrufbar gewesen.
Warum nur? Ein (prominenter) Parkschützer hatte dieses Gutachten klugerweise abgespeichert.

SMA_Reisezeitenvergleich S21-K21

Nach den sma-Untersuchungen ist der Kopfbahnhof schneller als Stuttgart 21 für die Mehrheit der Bahnbenutzer! Einen zusammenfassenden Kommentar findet sich bei „Zum Blog aktuell“

Plädoyer für den Südflügel

Prof. Dr. Ferdinand Rohrhirsch
13. Plädoyer für den Südflügel, Montag, 10. 10. 2011 Stuttgart Hbf (Südflügel)

„Ich pfeife auf eine sog. „Jahrhundertchance“, auf „modern“ und ähnliche Schlagworte. Denn das Wesentliche war schon immer jenseits der Kategorien alt oder neu, modern oder unzeitgemäß. Viele betriebliche, fahrplantechnische, bauliche und technische Aspekte sprechen für die Beibehaltung eines refor- mierten Kopfbahnhofes. Das ist für mich belegbar und bilden für mich die harten Faktoren.
Die weichen und wirklich wichtigen Faktoren kommen hinzu und sind anderer Art. Sie sind im In-der-Welt-sein des Daseins, im Komfortbereich und in der Lebensqualität des Menschen angesiedelt. Komfort und Lebensqualität waren und sind noch im Stuttgarter Hauptbahnhof vorhanden…“

Ganzes Plädoyer hier lesen

Bahnchaos total

IC 2069 am 30.09.11: Stuttgart Hbf ab 14.07 - Ellwangen an 15.07.
„Information.
Zug fährt ohne Wagen. Aufgrund starker Nachfrage sind keine freien Sitzplätze mehr vorhanden.“

Einspruch Fildertunnel

Einspruch gegen das Planänderungsverfahren zum Planfeststellungsabschnitt 1.2 „Fildertunnel“ von Stuttgart 21.

Widerspruch S.B. (Memory 29) hier lesen
Widerspruch Hans Klozbücher mit ausführlicher Begründung anschließend.

Showroom Rosenstein

In bester Verkehrslage in der Kriegsbergstr. 30 Nähe Bahnhof ist ein geräumiger Werbe-„Showroom“, der sich durch äußerst mageren Besuch auszeichnet: Ich war in 3 Monaten erst der sechste Besucher (!) bei einer reizenden jungen Aufsichtsdame. Als Blickfang ein Großposter, abgebildet im Blog vom 2. Oktober und kommentiert am 3. Oktober unter der Überschrift „Fälscher am Werk“.
Hier noch vom „Showroom“ (das Englisch erinnert an „Library“ der Vorderfront Stadtbibliothek) die rührend naive Vision des künftigen Rosensteinviertels von einer Grundschulklasse (ähnlich auch schon im Amtsblatt zusammen mit OB Schuster zu sehen):



für nix? (5)

Aktion der S-21-Befürworter zum Wahlkampf/Volksabstimmung Anfang Oktober
"Wir sind doch nicht blöd - 1,522 Mrd. Euro für nix?“


Diese Aktion ist noch nicht gestartet. Auch gut so, denn die Ausstiegskosten wären das geringere Übel wegen den großen Schwächen und Risiken des Projekts, finanziell und substanziell.
Zudem: Mit Bahn, Bund und Land sitzen ausschließlich öffentliche Träger im Boot, die sich im Ernstfall kaum gegenseitig belangen werden. „Linke Tasche, rechte Tasche“: zum Beispiel was die Bahn der Stadt zurückgeben muss, sind Einnahmen für die Stadt und deshalb keine wirklichen Kosten für die Steuerzahler!

Bahn comfort

Aus dem Abstellbahnhof bereit gestellter Zug. Die Bahn versagt in ihrem Kerngeschäft und verpulvert Milliarden für Stuttgart 21

Notbremse

Große Probleme bei der Neubaustrecke, es spricht sich rum. Die Stimmung bei den Mitarbeitern ist mies. Ein Stuttgarter Bahn-Insider: “Wir warten darauf, dass einer bei dem Projekt die Notbremse zieht!”


Für nix? (4)

Aktion der S-21-Befürworter zum Wahlkampf/Volksabstimmung Anfang Oktober
"Wir sind doch nicht blöd - 1,522 Mrd. Euro für nix?“

Damit dieses Argument täglich stärker wird, baut die Bahn aktuell fleißig weiter, so im Schlossgarten:
Stuttgarter Zeitung

Kommentar zu "Fälscher am Werk", gestern

ROSENSTEIN?? Damit haben die Zahlen nur ganz am Rande zu tun.
Bei den 150 Fußballfeldern sind auch vom Rosenstein ganz entfernte Flächen dabei wie der ehemalige Güterbahnhof (Bankenviertel, Stadtbibliothek, Pariser Höfe, Einkaufszentrum) und der Innere Nordbahnhof (Wagenhallen-Gebiet).

200.000 qm neue Parkfläche? Rund 100.000 qm alte Parkfläche am Bahnhof wird zerstört, davon bereits Parkfläche des „Grundwassermanagements“.

Für den oberirdischen Bahnbetrieb (K 21) sind nur etwa 20 ha (laut Vieregg/Rößler) Schienenflächen notwendig, das wären nur 30 „Fußballfelder“ oder 2/5 Vatikan.

(Sachliche oder Rechenfehler bitte melden, ich berichtige sofort.)

Fälscher am Werk. Kommentar morgen.

Für nix? Vom Segen der Ausstiegskosten (3)

Ausstiegs-Segen Nr.3

Wo sind die 1,522 Milliarden geblieben?

  1. Arbeitsplätze wurden ausgefüllt, Löhne und Gehälter ausbezahlt, z.B. Gleisbau, Planung, Werbung, Rohre verlegen usw.
  2. Steuern
  3. Rückzahlung an die Stadt Stuttgart
Ist das nix??
(Aktion der S-21-Befürworter zum Wahlkampf/Volksabstimmung Anfang Oktober
"Wir sind doch nicht blöd - 1,522 Mrd. Euro für nix?“)


Für nix? Vom Segen der Ausstiegskosten (2)
Freitag 30. September 23:52
Grund Nr. 2:
Die Einsparung von unnütz auszugebenden Milliarden übersteigt bei weitem die Ausstiegskosten.



Für nix? Vom Segen der Ausstiegskosten (1)
Donnerstag 29. September 09:43
Erster Segen:
Bei einem Ausstieg aus S21 müssen später täglich 399.612 Bahnkunden (Zahl von sma) im Stadtgebiet von Stuttgart nicht ausschließlich unter Tage in Tunnels fahren, ankommen und fortreisen, sondern dürfen das Licht der Sonne oder der Sterne genießen und dazu spektakuläre Ausblicke auf die Stadt. Ist das nix?
Das ist ein großer Segen für mich und alle Bahnreisenden, siehe
Metropoli S21
(Aktion der S-21-Befürworter zum Wahlkampf/Volksabstimmung Anfang Oktober
"Wir sind doch nicht blöd - 1,522 Mrd. Euro für nix?“)

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